Die Pflege Ihres Hundes vor und nach einer Operation

Die meisten Hunde werden während ihres Lebens wenigstens einmal operiert, entweder zur Kastration oder zur Behandlung einer Erkrankung. Der Großteil der an Hunden durchgeführten Operationen ist heute relativ ungefährlich, der Erfolg der Behandlung hängt allerdings zu einem großen Teil von der sorgfältigen Pflege durch den Besitzer vor und im Anschluss an die Operation ab.

 

Was sollte ich vor einer Operation beachten?

Wenn es sich nicht um eine Notfalloperation handelt, kann es sinnvoll sein, wenn Sie sich einige Tage von der Arbeit frei nehmen, damit Sie nach der Operation Zeit haben, sich um Ihren Hund zu kümmern. Das Risiko von Komplikationen vor und nach der Operation hat sich durch die Verbesserung der Operationsmethoden sowie der höheren Sicherheit der heute verwendeten Narkosemittel deutlich verringert. Da der Operationsstress die Abwehrkräfte Ihres Hundes gegenüber Infektionskrankheiten herabsetzen kann, sollten Sie vor einer Operation sicherstellen, dass Ihr Hund regelgerecht geimpft ist. Da es für Ihren Hund gefährlich ist, wenn er während der Narkose erbricht, sollten Sie Ihren Hund mindestens zwölf Stunden vor der Operation nichts mehr zu fressen zu geben. Wasser sollte ihm dagegen so lange zugänglich sein, bis Sie mit ihm das Haus verlassen.

 

Was geschieht am Tag der Operation?

Für den Patienten ist es am wenigsten belastend, wenn Sie ihn bis zur Narkoseeinleitung begleiten. Nach einer abschließenden Herzuntersuchung werden wir Ihrem Hund eine Verweilkanüle in die Vene des Unterarms legen. Dadurch können wir während der Operation intravenöse Injektionen geben und den Patienten an die kreislaufstützende Dauertropfinfusion anschließen. Sobald ihr Tier schläft werden wir es an die steuerbare Inhalationsnarkose anschließen und die Operation beginnen.

 

Wann kann mein Hund wieder nach Hause?

Wenn Ihr Hund zur Operation kommt, werden Sie von uns um eine Telefonnummer gebeten, unter der Sie erreichbar sind. Meist werden wir Ihnen eine Uhrzeit nennen können, ab der Sie sich nach dem Zustand Ihres Tieres erkundigen können. Nach Routineoperationen sollte Ihr Hund bereits wenige Stunden nach dem Aufwachen aus der Narkose in der Lage sein, wieder nach Hause zu gehen. Einige Tiere brauchen länger zum Aufwachen als andere, und wir werden Ihren Hund nicht entlassen, bevor er das volle Bewusstsein wiedererlangt hat. Bei Abholung des OP-Patienten besprechen wir mit Ihnen das Verhalten während der ersten Nacht. Wir haben stets eine kleine postoperative „Gebrauchsanleitung“ vorbereitet die alle wichtigen Verhaltensmaßregeln noch einmal kurz auflistet.

 

Wie bringe ich meinen Hund nach Hause?

Halten Sie Ihren Hund auf der Fahrt nach Hause warm. Zuhause sollte Ihr Hund in einen warmen, ruhigen Raum gebracht werden, bis er sich völlig erholt hat. Lassen Sie ihn während der ersten 24 Stunden nie ohne Leine nach draußen. Versuchen Sie, Ihren Hund ruhig zu halten, jede plötzliche Bewegung ist eine Belastung für die Wundnaht.

 

Wie fühlt sich mein Hund nach der Operation?

Es kommt häufig vor, dass ein Hund noch einige Stunden nach der Narkose benommen erscheint, und es kann sein, dass er länger und tiefer schläft als gewöhnlich. Ihr Hund kann etwas wackelig auf den Beinen sein. Wenn Ihr Hund wenig Appetit hat, kann es hilfreich sein, das Futter zu erwärmen und ihn mit der Hand zu füttern. Gelegentlich ist Ihrem Hund auch übel und er erbricht - dann sollten Sie ihm so viel Wasser geben wie er will, ihn aber in den nächsten 24 Stunden nicht füttern. Während der Narkose wird zur Unterstützung der Atmung eine Art Schlauch (ein Tubus) in den Hals Ihres Hundes eingeführt. Manchmal wird dadurch die Luftröhre gereizt, weshalb er vielleicht einige Tage husten wird.

 

Was können Anzeichen ernsterer Probleme sein?

Wenn Ihr Hund 24 Stunden nach dem Heimkommen noch immer matt zu sein scheint oder sich unsicher bewegt, sollten Sie uns anrufen.
Wenn Hautnähte aufgegangen sind, sollten Sie uns sofort anrufen oder aufsuchen. Wenn Ihr Hund unter Krämpfen, länger anhaltendem Würgen oder Erbrechen leidet, sollten Sie uns anrufen.
Wenn Schwellungen auftreten oder Ausfluss bzw. Blut aus der Operationswunde austritt, sollten Sie uns anrufen.

 

Wie kann ich meinen Hund davon abhalten, die Nähte zu entfernen?

Die meisten Hunde versuchen zunächst, an ihrer Wunde zu lecken, gewöhnen sich aber meist schnell an die Fäden. Wunden heilen für gewöhnlich schneller, wenn sie sauber und trocken gehalten werden. Es ist aus diesem Grund besser, wenn die Wunde nicht verbunden, sondern offen gelassen wird, damit Luft herantreten kann. Deswegen empfehlen wir dass Ihr Hund einen Halskragen oder einen „Bauchverband“ trägt.