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Manuelle Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage (MLD) ist eine Form der physikalischen, wissenschaftlich anerkannten Therapie, die aus dem Bereich der Humanmedizin stammt. Sie dient vor allem als Ödem- und Entstauungstherapie umfangsvermehrter, geschwollener Körperregionen. Bei einem Lymphödem handelt es sich um eine Flüssigkeitsansammlung im Zwischenzellraum, bedingt durch eine verminderte Lymphbildung oder einen reduzierten oder unterbrochenen Abtransport der Lymphflüssigkeit. Durch verschiedene Grifftechniken wird das Lymphsystem aktiviert und die Lymphbildung sowie die Pumpleistung der Lymphgefäße gesteigert. Im Bereich der Pferdemedizin sind die Anwendungsgebiete sehr vielfältig. Einen sinnvollen kurativen Einsatz findet die MLD bei der Behandlung angelaufener Beine (Inaktivitätsödeme), chronischer Phlegmonen/Einschüsse (Elephantiasis) und verletzungs- oder operationsbedingten Ödemen und Schwellungen im Gliedmaßen- oder Rumpfbereich, beispielsweise nach Kolikoperation. Aber auch bei akuten Sehnenschäden, subakuter und akuter Hufrehe sowie Kreuzverschlag (Lumbago) hat sich die manuelle Lymphdrainage als förderlich erwiesen. Bei den letzten drei genannten Erkrankungen bewirkt die MLD durch einen verbesserten Lymphabfluss eine Entstauung und einen beschleunigten Abtransport von Entzündungsprodukten aus der erkrankten Region. Die Heilung kann dadurch verbessert, die Rekonvaleszenzzeit verkürzt und eine Schmerzmittelgabe reduziert werden (palliativer Einsatz). 

 

Die manuelle Lymphdrainage beginnt stets mit einer zentralen Vorbehandlung im Hals- und Rumpfbereich. Erst dann schließt sich die Behandlung des ödematisierten Bereichs in der Peripherie, beispielsweise den Gliedmaßen oder des Kopfes an. Jede Behandlung dauert, abhängig von der betroffenen Körperregion, 25 bis 45 Minuten und bewirkt einen noch über die Behandlungsdauer hinausgehenden erhöhten Lymphabfluß.

 

Den häufigsten Einsatz findet die manuelle Lymphdrainage bei der Behandlung von Lymphödemen im Bereich der Gliedmaßen des Pferdes. Um einen maximalen Therapieerfolg zu erzielen, werden in schweren Fällen neben der MLD ein gezieltes Bewegungsprogramm, Kompressionsverbände und Hautpflege kombiniert (Komplexe Physikalische Entstauungstherapie). Da es sich in Verbindung mit den begleitenden therapeutischen Maßnahmen um eine relativ zeitaufwändige Behandlung handelt, ist eine Betreuung Ihres Pferdes unter stationären Bedingungen oft sinnvoll. Fallabhängig hat sich eine intensive Behandlung des Pferdes über ca. 14 Tage in unserer Klinik bewährt. Im Anschluss erhalten Sie als Pferdebesitzer einen detaillierten Plan zur Weiterbetreuung Ihres Pferdes im Heimatstall. Eine Behandlung Ihres Pferdes vor Ort ist ebenfalls möglich. Hierbei beschränkt sich der Therapeut auf eine Durchführung der manuellen Lymphdrainage und das Anlegen der Kompressionsverbände. Die Durchführung des Bewegungsprogramms und der pflegerischen Maßnahmen obliegt dann, wenn notwenig, Ihnen als Pferdebesitzer, selbstverständlich nach ausführlicher Einweisung.