Impfungen - eine notwendige Schutzmaßnahme

Pferde können an einer Reihe von ernst zu nehmenden Infektionen, wie z. B. Influenza erkranken. Glücklicherweise gibt es Impfungen gegen einige der häufigsten Infektionskrankheiten.

 

Was ist eine Impfung?

Eine Impfung ist eine Injektion, die das Immunsystem so anregt, dass Ihr Pferd gegen eine bestimmte Krankheit unanfällig wird. Ein korrekt durchgeführtes Impfprogramm stellt sicher, dass Ihr Pferd den besten Schutz gegen gefährliche und manchmal auch tödliche infektiöse Krankheiten hat. Ein Impfprogramm besteht aus einer Grundimmunisierung. Das sind im Normalfall zwei Injektionen im Abstand von ein paar Wochen und halbjährliche oder jährliche Wiederholungsimpfungen. Um den vollen Impfschutz zu gewährleisten, muss das vom Hersteller des Impfstoffes vorgegebene Impfschema genau eingehalten werden.

 

MUSS ich mein Pferd impfen lassen?

Einige Pferdebesitzer lassen Ihr Pferd aus Kostengründen nicht impfen. Obwohl die meisten Impfungen nicht billig sind, sind sie noch immer weitaus kostengünstiger als die Behandlung eines erkrankten Pferdes. Pferde, die von den häufigsten Infektionskrankheiten betroffen sind, erkranken meist sehr schwer, erholen sich oft nicht vollständig und können sogar sterben. Sollten Sie mit Ihrem Pferd auf Turniere, Rennen oder Leistungsschauen gehen, muss Ihr Pferd auf jeden Fall gegen Influenza geimpft sein. Je nach Verband können auch noch weitere Impfungen vorgeschrieben sein. Üblicherweise müssen Impfungen auch durch tierärztliche Eintragungen in den Pferdepass belegt werden.

 

Gegen welche Krankheiten kann geimpft werden?

Es gibt eine ganze Reihe von Impfungen für Pferde. Die zwei wichtigsten Erkrankungen, gegen die jedes Pferd geimpft werden sollte, sind Influenza und Tetanus.
Eine weitere wichtige Impfung wirkt gegen das Equine Herpesvirus, das unter anderem Aborte bei trächtigen Stuten verursachen kann. Beraten Sie mit Ihrem Tierarzt, ob eine Herpesimpfung für Ihr Pferd sinnvoll ist.

 

Tetanus ("Wundstarrkrampf)

Tetanus wird durch ein Bakterium (Clostridium tetani) verursacht, das überall im Boden vorkommt und über offene Verletzungen in den Blutstrom des Pferdes gelangt. Die Wunde ist allerdings längst ausgeheilt, wenn die Krankheit zum Ausbruch kommt, da die Zeit zwischen Infektion und Ausbruch (die so genannte Inkubationszeit) 7-21 Tage beträgt. Es reichen schon sehr kleine Wunden, damit sich ein Pferd mit Clostridium tetani infizieren kann. Häufig wird die Verletzung entweder gar nicht bemerkt oder für ungefährlich gehalten und trotzdem erkrankt das Pferd an Tetanus.

 

Pferde mit Tetanus zeigen die folgenden Symptome:

  • Anfänglich nur eine leichte Steifheit des Kopfes und der Beine. Diese verschlimmert sich im weiteren Verlauf so sehr, dass sich das Pferd nicht mehr bewegen will.
  • Krämpfe der Kopf- und Halsmuskeln, die Schwierigkeiten beim Kauen, geblähte Nüstern und weit aufgerissenen Augen verursachen.
  • Anfängliches Zittern verschlimmert sich zu Krämpfen des ganzen Körpers, häufig ausgelöst durch plötzliche Bewegungen oder Geräusche.

Ungefähr 90 % der ungeimpften Pferde, die an Tetanus erkranken, sterben! Die wenigen Pferden, die die Krankheit überleben, müssen sechs Wochen lang intensiv behandelt und fast ständig betreut werden.

 

Equine Influenza

Influenza ist eine hoch ansteckende Erkrankung des Atmungsapparates, die durch verschiedene Stämme des Influenzavirus hervorgerufen wird. Pferde stecken sich entweder durch direkten Kontakt zu infizierten Pferden an oder indirekt über kontaminierte, d. h. durch Viren verunreinigte Umgebung und Luft. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit beträgt l -3 Tage. Ein Grund dafür, warum sich die Krankheit so schnell ausbreiten kann. Ein Pferd mit Influenza zeigt typischerweise die folgenden Symptome:

  • Eine Temperaturerhöhung bis zu 41°C über 1-3 Tage (die oft nicht bemerkt wird)
  • Einen rauen, trockenen Husten, der plötzlich auftritt und 2-3 Wochen oder länger anhält
  • Einen klaren Nasenausfluss, der mit der Zeit dick und grünlich-gelb wird
  • Teilnahmslosigkeit
  • Appetitverlust

Manche Pferde entwickeln eine lebensbedrohliche Bronchitis oder sogar eine Lungenentzündung. Pferde, die sich von Influenza erholen, sind meist so geschwächt, dass sie anfälliger für weitere Infektionen (so genannte Sekundärinfektionen) sind.
Influenza bricht meisten aus, wenn viele Pferde unter stressigen Bedingungen an einem Ort zusammenkommen, z. B. auf Turnieren oder Auktionen.

 

Sind Impfungen gefährlich?

Nein, Impfungen sind nicht gefährlich. Es gibt in den Medien viele Diskussionen über die Gefährlichkeit von Impfungen, die allerdings in den meisten Fällen als unverantwortliche Panikmache abgestempelt werden müssen. Millionen von Pferden sind bereits gegen Influenza und Tetanus geimpft worden, und die Anzahl der Pferde, bei denen ernsthafte Nebenwirkungen auftraten, ist verschwindend gering. Bei den meisten dokumentierten Fällen handelte es sich um Schwellungen an der Injektionsstelle oder eine milde Verhärtung der Muskeln. Das Risiko, dass Ihr Pferd an Tetanus oder Influenza erkrankt und ernsthaften Schaden nimmt oder sogar stirbt, ist viel größer, als das Risiko einer unerwünschten Nebenwirkung!

 

Kann ich mein Pferd nach einer Impfung reiten?

Sie sollten Ihr Pferd 24-48 Stunden nach der Impfung schonen und Stress auf ein Minimum reduzieren. Dadurch wird das eh schon sehr kleine Risiko einer unerwünschten Nebenwirkung noch weiter vermindert.

 

Mein Pferd hasst Nadeln - gibt es dazu eine Alternative?

Nein, leider nicht - es ist wirklich wichtig, sicher zu stellen, dass Ihr Pferd richtig geimpft wird. Die für die Impfung benutzten Nadeln sind sehr klein und die ganze Impfung dauert nur ein paar Sekunden. Ihr Tierarzt hat Erfahrung im Impfen unkooperativer Pferde!

 

Es gibt eine ganze Reihe zugelassener Impfprogramme -welches ist das Beste für mein Pferd?

Jeder Impfstoffhersteller gibt an, nach welchem Schema die Immunisierung zu erfolgen hat, um den vollen Impfschutz zu gewährleisten. Daneben gibt es noch Vorschriften der einzelnen Verbände und Organisationen, die Sie direkt beim entsprechenden Verband erfragen können. Ihr Tierarzt wird nach Absprache mit Ihnen, das für Ihr Pferd infrage kommende Impfprogramm auswählen. Die Impfungen werden im Pferdepass eingetragen, so dass Sie bei Bedarf, z. B. auf dem Turnier, die korrekte Impfung Ihres Pferdes nachweisen können.

 

Influenza-Impfung

Es gibt eine ganze Reihe von zugelassenen Influenza-Impfungen. Laut LPO Regelwerk müssen Pferde nach folgendem Schema geimpft werden, um auf einem Turnier in Deutschland startberechtigt zu sein: Grundimmunisierung: 3 Injektionen, die ersten beiden im Abstand 28-56 Tagen, die 3. Injektion im Abstand von 6 Monaten +/- 28 Tage. Wiederholungsimpfungen: alle 6 Monate (+/- 28 Tage). Grundimmunisiert werden müssen alle Pferde, die bis dato nicht gegen Influenza geimpft wurden oder die länger als neun Monate nicht gegen Influenza geimpft wurden.

Achtung! Zwischen einer Impfung und dem Turnierstart müssen nach der Grundimmunisierung (2.Impfung) 14 Tage, nach der Wiederholungsimpfung 7 Tage vergangen sein.

 

Tetanus-Impfung

Bei vielen Influenza-Impfstoffen handelt es sich um Kombinationspräparate, die den Tetanus-Impfstoff mit beinhalten. Wenn einer dieser Kombinationsimpfstoffe bei der Impfung verwendet wird, ist auch ein Impfschutz gegen Tetanus gewährleistet, wenn Sie dem oben angegeben Schema folgen.
Wenn Sie einen Einzelimpfstoff verwenden wollen, der nur gegen Tetanus wirksam ist, sollten Sie sich an das folgende Impfschema halten:
a. Grundimmunisierung 2 Injektionen im Abstand von 28 Tagen
b. l. Wiederholungsimpfung: 365 Tage nach der 2. Injektion der Grundimmunisierung.
c. Weitere Wiederholungsimpfungen: alle 2 Jahre.

 

Fohlen können unmittelbar nach der Geburt mit Tetanus Antitoxin injiziert werden, das für einen vorübergehenden Schutz über 3-4 Wochen sorgt. Diese Injektion sollte nach vier Wochen wiederholt werden.